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Triggerpunkte Behandlung in der Physiotherapie

„Das triggert mich jetzt total!“ Diesen Satz haben Sie vielleicht schon einmal in einem Gespräch unter Jugendlichen gehört. Und auch im Internet, besonders in den sozialen Netzwerken oder auf Streamingplattformen sind Ihnen möglicherweise schon die eine oder andere Triggerwarnung oder der Begriff Triggerpunkte begegnet. Was bedeutet das genau?

Der Begriff Trigger kommt aus dem Englischen und bedeutet „Auslöser“. Er stammt ursprünglich aus dem Bereich der Psychologie und bezeichnet Impulse, die negative Erinnerungen und psychische oder auch körperliche Reaktionen wie Schmerz bei einer Person auslösen. Bilder, Orte, Personen aber auch Geräusche, Gerüche oder Worte können ein solcher Trigger sein. Im Internet haben sich aus diesem Grund die sogenannten Triggerwarnungen etabliert, um User vor solchen sensiblen Inhalten in einem Artikel oder Film zu schützen. Jugendliche verwenden den Begriff triggered oftmals, wenn sie von etwas genervt oder überfordert sind.

Triggerpunkte

Triggerpunkte in der Physiotherapie

Auch im medizinischen Bereich steht der Begriff für einen Auslöser. Triggerpunkte sind schmerzauslösende, druckempfindliche Verhärtungen im Gewebe. Der Auslöser an sich wird als Trigger bezeichnet, das Auslösen der Schmerzübertragung als Triggern.

Es gibt je nach Gewebeart verschiedene Triggerpunkt-Formen:

  • myofaszial: Triggerpunkt im Muskelgewebe
  • subkutan: Triggerpunkt im Unterhautbindegewebe
  • tendinö: Triggerpunkt in den Sehnen
  • ligamentär: Triggerpunkt in den Bändern
  • periostal: Triggerpunkte in der Knochenhaut

Zu den am häufigsten auftretenden Verhärtungen zählen die myofaszialen Triggerpunkte im Muskelgewebe. Sie verursachen Schmerzen, die oftmals durch Schmerzübertragung in anderen Regionen des Körpers wie in benachbarten Muskeln, Sehnen oder Gelenken auftreten als der Triggerpunkt selbst.

Triggerpunkte im Muskelgewebe können unterschiedliche Beschwerden auslösen, so können sie beispielsweise bei Kopfschmerzen und Migräne, Schulter- und Nackenschmerzen sowie Rückenschmerzen eine Rolle spielen. Der Schmerz kann dabei unterschiedlich stark sein. Durch das Ausstrahlen des Schmerzes vom Triggerpunktes in andere Körperregionen kann die Schmerzquelle oftmals nicht sofort genau lokalisiert werden. So können Kopfschmerzen von der Nackenmuskulatur ausgehen oder Rückenschmerzen in der Bauchmuskulatur begründet liegen.

Weitere Beschwerden, die durch Triggerpunkte ausgelöst werden:

  • Steifheit und Gelenkschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Steifheit und Gelenkschmerzen
  • Schmerzen in Knöcheln und Handgelenken
  • Spannungskopfschmerzen
  • Ellenbogenschmerzen
  • Knieschmerzen
  • Hüftgelenk-Schmerzen


Ein Triggerpunkt kann sich durch die folgenden Symtome bemerkbar machen:

  • dumpfe, brennende Schmerzen
  • Taubheit, Kribbeln, Brennen, Überempfindlichkeit
  • Schwellungen und/oder Wärmegefühl in Gliedmaßen (ausgelöst durch Durchblutungsstörungen)
  • Steifheit/eingeschränkte Bewegungsfähigkeit
  • Haltungsänderungen (z.B. ein gekrümmter Rücken oder hängende Schultern)

 

​​Ursachen von Triggerpunkten

Triggerpunkte im Muskelgewebe können unabhängig vom Alter bei jedem Menschen entstehen. Bestimmte Faktoren begünstigen jedoch die Bildung von Verhärtungen:

  • sich ständig wiederholende Bewegungsabläufe
    (bestimmte Muskeln arbeiten häufig, andere hingegen gar nicht)
  • anstrengende Körperhaltungen, die mit der Zeit zu Fehlhaltungen führen
    z.B. das lange Sitzen vor dem PC
  • falsch ausgeführte Bewegungen oder Überbelastung von Muskeln
  • keine oder nur eingeschränkte Bewegung
  • psychische Faktoren und Traumata
    z.B hervorgerufen durch einen Unfall
  • Ernährung

Die andauernde Fehl- oder Überbelastung der Muskeln führt oftmals zu Verspannungen, die in der Folge Durchblutungsstörungen in dieser Region auslösen können. Beide Faktoren zusammen begünstigen die Entstehung von Schmerzen. Um die Schmerzen abzumindern, nimmt der Körper Schonhaltungen ein, die zu weiteren Verspannungen führen. Der Triggerpunkt bildet das lokal begrenzte Zentrum der Verhärtung, ist meist als Knoten oder Strang gut zu ertasten und sehr druckempfindlich.

Triggerpunkte Therapie

Die Triggerpunkte Therapie zielt darauf ab, den Teufelskreis Verspannung-Durchblutungsstörung-Schmerz-Verspannung zu durchbrechen. Häufig werden bei der Behandlung mehrere physiotherapeutische Methoden miteinander kombiniert. An erster Stelle stehen dabei die Manualtherapie wie auch die Triggerpunktmassage. Durch die gezielten Handgriffe des Therapeuts wird der Triggerpunkt und auch das umliegende Gewebe nach und nach gelockert und die Durchbltung der Region wieder angekurbelt.

Triggerpunkte am Rücken und im Gesäßbereich lassen sich sehr gut selbst behandeln. Ein normaler Tennis- oder Lacrosseball kann dabei als Therapiegerät eingesetzt werden. Dazu wird der Ball kräftig über die schmerzende Muskulatur gerollt. Befindet sich schmerzende Punkt an einer Stelle, die mit den Händen schlecht erreichbar ist, können Sie sich vorsichtig auf den Ball legen und die betroffene Stelle langsam durch Bewegungen massieren. Eine weitere Option für den Rückenbereich: Den Ball zwischen einer Wand und dem Körper behutsam zur Schmerzstelle „manövrieren“ und mit langsamen, kreisenden Bewegungen massieren.

Triggerpunkte Therapie

Der Entstehung von Triggerpunkten vorbeugen

Die Behandlung eines vorhandenen Triggerpunktes kann zunächst unangenehm und schmerzhaft sein. Vorsicht ist da natürlich allemal besser als Nachsicht. Damit Triggerpunkte gar nicht erst entstehen kann man einiges tun:

  • einseitige Überlastungen und Fehlhaltungen vermeiden
  • Sitzposition regelmäßig wechseln, zwischendurch aufstehen, Muskulatur lockern,
    besonders beim Arbeiten am PC – Lesen Sie dazu auch unseren Beitrag Ergonomie am Arbeitsplatz
  • regelmäßige Pausen bei langen Autofahrten, Strecken und Lockern
  • ausreichend Bewegung in Kombination mit einer  ausgewogenen Ernährung
  • Stellen Sie eine Schonhaltung bei sich fest, sollten Sie die überlasteten Bereiche mehrmals täglich vorsichtig dehnen